Die Raiffeisenbanken sind Genossenschaftsbanken, die ihren Mitgliedern gehören und primär in Deutschland tätig sind. Diese Banken sind bekannt für ihre starke Verpflichtung gegenüber den Interessen ihrer Mitglieder. Das Ziel des genossenschaftlichen Förderauftrags ist gesetzlich im Genossenschaftsgesetz verankert und betont, dass die Interessen der Mitglieder vor der Gewinnmaximierung stehen.

Mit etwa 700 Volksbanken Raiffeisenbanken in Deutschland und über 7.500 Filialen deutschlandweit, bieten sie eines der dichtesten Bankservicenetze in Europa. Diese Banken zählen rund 17,8 Millionen Mitglieder, was sie zur größten genossenschaftlichen Gruppe in Deutschland macht.
Ein besonderes Merkmal der Raiffeisenbanken ist, dass jedes Mitglied unabhängig von der Anzahl der Anteile genau eine Stimme im Entscheidungsprozess hat. Dies unterstreicht das Prinzip der demokratischen Mitbestimmung, das seit ihrer Gründung durch Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen über 170 Jahre Bestand hat.
Wesentliche Punkte:
- Raiffeisenbanken sind Genossenschaftsbanken, die ihren Mitgliedern gehören.
- Starke Verpflichtung gegenüber den Interessen der Mitglieder.
- Über 7.500 Filialen in Deutschland – eines der dichtesten Bankservicenetze in Europa.
- Insgesamt rund 17,8 Millionen Mitglieder.
- Jedes Mitglied hat unabhängig von der Anzahl der Anteile genau eine Stimme bei Entscheidungsprozessen.
Definition und Erklärung von Raiffeisenbanken
Laut einer Online-Definition sind Raiffeisenbanken als ländliche Kreditgenossenschaften bekannt, die auf dem Prinzip der solidarischen Selbsthilfe beruhen. Ihre Ursprünge gehen auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück, der im 19. Jahrhundert das Fundament für diese Art von Banken legte. Ihre rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit erlaubt es den einzelnen Banken, spezifisch auf lokale Bedürfnisse einzugehen und übergeordnete Genossenschaftsprinzipien zu befolgen.
Um den Begriff „Raiffeisenbanken“ besser zu verstehen, ist es wichtig, auf die allgemeinen Wirtschaftswissen und Definition zu blicken, die ihren genossenschaftlichen Ansatz hervorheben. Diese Banken wurden geschaffen, um insbesondere kleinen Landwirten und Handwerkern finanzielle Unterstützung und gemeinsame wirtschaftliche Stärke zu bieten. Ein charakteristisches Merkmal von Raiffeisenbanken ist ihr Fokus auf solidarische Selbsthilfe und die Förderung des Gemeinwohls.
Genossenschaftliches Prinzip
Das genossenschaftliche Prinzip ist ein zentraler Begriff, der die Funktionsweise von Raiffeisenbanken definiert. Es beruht auf den Grundsätzen der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Diese Prinzipien fördern die WIKI-basierte wirtschaftliche Kooperation und den Austausch von Wirtschaftswissen. Die Mitglieder von Raiffeisenbanken sind gleichzeitig auch deren Eigentümer und profitieren direkt von den Erfolgen ihrer Genossenschaft.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1843 | Gründung der ersten Kreditgenossenschaft in Deutschland. |
| 1877 | Gründung der ersten Raiffeisenbanken in Bayern. |
| 1920 | Gründung des „Deutscher Genossenschaftsverband“. |
| 1929 | Schaffung des ersten zentralen Sicherheitssystems für Kreditgenossenschaften. |
| 1948 | Bildung des „Deutscher Raiffeisenverband“. |
| 1972 | Gründung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). |
| 2022 | Die Genossenschaftliche Finanzgruppe hat 17,9 Millionen Mitglieder. |
Geschichte und Ursprung der Raiffeisenbanken
Die Geschichte der Raiffeisenbanken beginnt mit ihrer Gründung durch Friedrich Wilhelm Raiffeisen im 19. Jahrhundert, der 1818 in Hamm an der Sieg geboren wurde. Mit dem Ziel, finanziell schwachen Gemeinschaften durch Selbsthilfe zu unterstützen, etablierte Raiffeisen 1849 den Flammersfelder Hilfsverein. Diese Initiative markierte den Beginn eines Bewegungsprinzips, das auf Kooperation und gemeinsamer Verantwortung basierte.
Bereits vor Raiffeisens Wirken gab es in Deutschland erste Ansätze von Genossenschaften. Zum Beispiel wurde 1820 eine der ältesten Genossenschaftssparkassen in Lerbach/Harz gegründet. Die explizite Förderung von Selbsthilfe und kooperativen Prinzipien wurde jedoch insbesondere durch Raiffeisen sowie durch Hermann Schulze-Delitzsch, geboren 1808 in Sachsen, weiter vorangetrieben.
Entwicklung und Expansion
Nach der Gründung der ersten Genossenschaftsbanken begann eine rasche Expansion. 1850 entstand der Delitzscher Vorschussverein, und bis 1859 trafen sich fast 30 Genossenschafts-Fördervereine in Weimar, um die Gründung des „Allgemeinen Verbandes der auf Selbsthilfe beruhenden deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften“ anzustreben. 1863 wurde die Deutsche Genossenschaftsbank als erste zentrale Genossenschaftsbank gegründet.
Die gesetzliche Basis für diese genossenschaftlichen Strukturen wurde 1867 mit dem ersten Preußischen Genossenschaftsgesetz geschaffen. Es stellte sicher, dass Genossenschaften als Gesellschaften angesehen wurden, die das wirtschaftliche Wohl ihrer Mitglieder fördern. Dies war ein bedeutender Schritt in der Entwicklung und Stärkung der genossenschaftlichen Bewegungen in Deutschland.
Mit der Gründung der Rheinischen landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank Neuwied im Jahr 1872 und der bedeutenden Arbeit, die Raiffeisen in den darauffolgenden Jahren leistete, wuchs das Netzwerk der Genossenschaften stetig. Ein weiteres wichtiges Jahr war 1886, als die erste Raiffeisenkasse in Mühldorf bei Spitz an der Donau gegründet wurde.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1818 | Geburt von Friedrich Wilhelm Raiffeisen |
| 1820 | Gründung einer der ältesten Genossenschaftssparkassen in Lerbach/Harz |
| 1849 | Gründung des Flammersfelder Hilfsvereins |
| 1850 | Delitzscher Vorschussverein wird etabliert |
| 1863 | Gründung der Deutschen Genossenschaftsbank |
| 1867 | Erstes Preußisches Genossenschaftsgesetz verabschiedet |
| 1872 | Gründung der Rheinischen landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank Neuwied |
| 1886 | Erste Raiffeisenkasse in Mühldorf bei Spitz an der Donau gegründet |
Über die Jahre hinweg haben sich die Raiffeisenbanken zu einem bedeutenden Akteur im deutschen Bankensektor entwickelt, mit einer starken Betonung auf Regionalität und Mitgliederinteressen. Heute sind sie mit über 7.500 Filialen vertreten und bilden die größte genossenschaftliche Gruppe in Deutschland.
Die Prinzipien und Werte der Raiffeisenbanken
Die Raiffeisenbanken in Deutschland zeichnen sich durch ihre tief verwurzelten Prinzipien und Werte aus, die sowohl die Mitgliedschaft als auch die täglichen Geschäfte prägen. Zu den grundlegenden Werten gehören Partnerschaftlichkeit, Transparenz, Solidarität, Vertrauen, Fairness und Verantwortung. Diese Werte bilden das Fundament der genossenschaftlichen Idee, die vor über 170 Jahren von Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen ins Leben gerufen wurde.
Mitgliedschaft und Mitbestimmung
Mitgliedschaft bei den Raiffeisenbanken bedeutet mehr als nur Bankkunde zu sein. Jeder dritte Einwohner in Baden-Württemberg ist Mitglied einer Genossenschaftsbank, was eine starke Gemeinschaft von etwa 3,6 Millionen Mitgliedern darstellt. Unabhängig von der Anzahl der Geschäftsanteile hat jedes Mitglied exakt eine Stimme in Entscheidungsprozessen. Dies gewährleistet eine gerechte und demokratische Mitbestimmung, die in Generalversammlungen zum Tragen kommt.
Mitglieder können nicht nur das Mitspracherecht nutzen, sondern sie sind auch wählbar in den Aufsichtsrat und direkt am Gewinn beteiligt, was sich in jährlichen Dividenden ausdrückt. Die Raiffeisenbanken bieten ihren Mitgliedern zahlreiche Vorteile und sichern durch kleinteilige Kundenanlagen, die 70 Prozent der Bilanzsumme ausmachen, eine stabile wirtschaftliche Basis. Dies zeigt, wie eng die Prinzipien des genossenschaftlichen Bankwesens mit der Förderung lokaler Gemeinschaften und deren Verantwortung verknüpft sind.
- Partnerschaftlichkeit
- Transparenz
- Solidarität
- Vertrauen
- Fairness
- Verantwortung
Insgesamt bieten über 700 Volksbanken Raiffeisenbanken in Deutschland mit mehr als 7.500 Filialen ein dichtes Servicenetz. Dieses Netzwerk wird durch rund 20.000 Mitarbeiter stärkt. Die betreuten Kundengelder belaufen sich auf rund 430 Milliarden Euro, was die starke finanzielle Grundlage und das Vertrauen der Kunden widerspiegelt. So tragen die genossenschaftlichen Werte und die Prinzipien der Mitbestimmung und Mitgliedschaft maßgeblich zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Wirtschaft bei.
Fazit
Die Raiffeisenbanken stellen ein bedeutendes Modell genossenschaftlicher Selbsthilfe dar, das durch die Betonung der Mitgliederinteressen und lokales Engagement eine wichtige Rolle in der deutschen Finanzwelt einnimmt. Ihr fortgesetztes Wachstum und ihre Anpassungsfähigkeit unterstreichen ihre Relevanz auch in der modernen Wirtschaft.
Eine aktuelle Umfrage unter den Vorständen der Raiffeisenbanken zeigt, dass 70 Prozent der Banken planen, freiwerdende Stellen mit neuen Qualifikationen nachzubesetzen. 44 Prozent der Bankvorstände erwarten, Künstliche Intelligenz (KI) breit in ihren Prozessen einsetzen zu können, insbesondere in den Bereichen Produktion (43 %) und Marketing/Vertrieb (35 %). Diese Entwicklungen zeigen, wie sich Raiffeisenbanken kontinuierlich an neue Anforderungen anpassen, um ihre Effizienz zu steigern.
Darüber hinaus wird durch die Automatisierung weniger anspruchsvoller Tätigkeiten der Fachkräftemangel gemildert. 93 Prozent der Bankvorstände stimmen zu, dass dieser Ansatz zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen beitragen kann. Zudem glauben 86 Prozent, dass KI ihre Mitarbeiter bei analytischen Tätigkeiten unterstützen könnte, was die Bedeutung von Fortbildungen für den Umgang mit KI unterstreicht.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für die Raiffeisenbanken ebenfalls positiv. Das Nettogeldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland stieg 2023 auf 245,6 Milliarden Euro an, wobei der größte Anteil in Wertpapiere und Bankkonten investiert wurde. Diese Trends und Daten verdeutlichen die anhaltende Relevanz und das erfolgreiche Modell der genossenschaftlichen Selbstverwaltung der Raiffeisenbanken in einer sich wandelnden Finanzlandschaft.
















