Regionalfonds, oft bezeichnet als spezielle Fonds der Europäischen Union wie der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), zielen darauf ab, die wirtschaftliche Entwicklung in weniger entwickelten Regionen zu fördern. Diese Fonds unterstützen Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Unternehmertum, um die regionalen Disparitäten innerhalb der EU zu verringern.
Der EU-Regionalfonds (EFRE) ist einer von fünf Europäischen Struktur- und Investitionsfonds. In der Förderperiode 2014–2020 stellte die EU 55 % der Fördermittel bereit, während 45 % von den Empfängerländern aufgebracht werden mussten. Während der Förderperiode 2007–2013 wurden drei Hauptziele verfolgt: „Konvergenz“, „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ sowie „Europäische territoriale Zusammenarbeit“.

Regionen mit einem BIP pro Einwohner unter 75 % des EU-Durchschnitts sind für das Ziel „Konvergenz“ qualifiziert. Die Mittel für das Ziel „Konvergenz“ sind höher als die für die anderen Förderziele. Phasing-out-Hilfen gelten für Regionen, deren BIP während der Förderperiode 2000–2006 unter 75 % des damaligen EU-Durchschnitts lag, die aber nun über 75 % des aktuellen EU-Durchschnitts liegen. Phasing-in-Hilfen sind für Regionen gedacht, deren BIP im Förderzeitraum 2000–2006 unter 75 % des EU-Durchschnitts lag, aber nun über 75 % des BIPs der EU-15 liegt.
Die Rechtsgrundlage des EFRE ist Artikel 176 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). Während der Förderperiode 2021–2027 reduziert sich das Budget im Vergleich zu vorherigen Förderperioden. Regionalfonds unterstützen lokale Organisationen oder Projekte in der jeweiligen Region. Ein Regionalfonds hat eine unbefristete Dauer und eine Mindestlaufzeit von drei Jahren, wenn er von einem Unternehmen gegründet wird. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wurde 1975 eingerichtet und zielt darauf ab, regionale Ungleichgewichte in der EU zu verringern, insbesondere in strukturschwachen Regionen.
Im Zeitraum 2021-2027 stehen über 392 Mrd. EUR für die Kohäsionspolitik zur Verfügung, von denen rund 226 Mrd. EUR für den EFRE eingeplant sind. Von diesen 226 Mrd. EUR sind 9 Mrd. EUR für die Europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ) vorgesehen. Zusätzlich werden 1,9 Mrd. EUR als Mittel für Gebiete in äußerster Randlage und für dünn besiedelte Gebiete bereitgestellt. In weniger entwickelten Regionen können bis zu 85 % der Projektkosten aus dem EFRE kofinanziert werden. Übergangsregionen können bis zu 60 % und stärker entwickelte Regionen bis zu 50 % der Projektkosten aus dem EFRE kofinanzieren.
Im Zeitraum 2021-2027 müssen 30 % der EFRE-Zuweisung mindestens für das Ziel „ein grüneres, CO₂-armes Europa“ (PZ2) verwendet werden. Weniger entwickelte Regionen müssen mindestens 25 % ihrer Zuweisung für das Ziel „ein intelligenteres Europa“ (PZ1) nutzen. Übergangsregionen müssen mindestens 40 % ihrer EFRE-Zuweisung dem PZ1 widmen. Stärker entwickelte Regionen müssen mindestens 85 % ihrer Zuweisung den Zielen PZ1 und PZ2 zuordnen. Mindestens 8 % der EFRE-Mittel auf nationaler Ebene werden für nachhaltige Stadtentwicklung genutzt.
Wichtige Erkenntnisse
- Der EU-Regionalfonds (EFRE) ist einer der fünf Europäischen Struktur- und Investitionsfonds.
- Die EU stellte 55 % der Fördermittel für den Zeitraum 2014-2020 bereit.
- Regionen mit einem BIP unter 75 % des EU-Durchschnitts sind für das Ziel „Konvergenz“ qualifiziert.
- EFRE zielt darauf ab, regionale Ungleichgewichte in der EU zu verringern.
- Im Zeitraum 2021-2027 stehen rund 226 Mrd. EUR des EFRE-Budgets zur Verfügung.
Definition und Grundlagen von Regionalfonds
Regionalfonds sind finanzielle Werkzeuge der Europäischen Union zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in spezifischen Gebieten, insbesondere in strukturschwachen Regionen. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wurde 1975 eingerichtet und ist ein Hauptinstrument der Kohäsionspolitik der EU, der darauf ausgelegt ist, regionale Ungleichheiten abzubauen und die Lebensbedingungen in den benachteiligten Regionen durch zielgerichtete finanzielle Unterstützung zu verbessern. Diese sogenannten Regionalfonds haben sich als wichtige Mechanismen etabliert, um Ressourcen zu mobilisieren und regionale Defizite auszugleichen.
Erklärung und Bedeutung von Regionalfonds
Die Bedeutung von Regionalfonds liegt in ihrer Fähigkeit, die regionalen wirtschaftlichen Disparitäten zu verringern. Diese Fonds richten sich insbesondere an Gebiete mit strukturellen Schwächen, um dort die Bedingungen für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu verbessern. Ein gelungenes Beispiel ist die MINT-Förderung in Rheinland-Pfalz. Hier werden Bildungsprojekte entlang der gesamten Bildungskette gefördert – von der Schule bis hin zur Ausbildung und dem Studium. Unternehmen im gewerblich-technischen Bereich und weiteren MINT-Disziplinen profitieren ebenfalls von diesen Maßnahmen, da sie eine bessere Fachkräftesicherung ermöglichen. Spezifische Regionalfonds-Projekte in den Regionen Mainz-Bingen und Bernkastel-Wittlich wurden erfolgreich durch das Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz unterstützt.
Historische Entwicklung der Regionalfonds
Die historische Entwicklung der Regionalfonds begann in den 1970er Jahren mit der Einrichtung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. In den 1980er Jahren wurde die Integration der Regionalpolitik im Rahmen der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA) weiter vorangetrieben. Der Maastricht-Vertrag aus den 1990er Jahren betonte die Bedeutung des Kohäsionsziels für die regionale Entwicklung stärker. Ein weiterer Meilenstein war die Agenda 2000, die neue Beihilfekriterien aufstellte und die Rolle der Europäischen Kommission bei der Mittelvergabe stärkte. Diese Reformen verschoben den Schwerpunkt von sektoralen Förderungen hin zu regionalen Ausgleichs- und Entwicklungspolitiken.
| Jahre | Schlüsselereignisse | Relevanz |
|---|---|---|
| 1970er | Einrichtung des EFRE | Grundlage für regionale Entwicklung |
| 1980er | Einheitliche Europäische Akte (EEA) | Integration der Regionalpolitik |
| 1990er | Maastricht-Vertrag | Stärkung des Kohäsionsziels |
| 2000er | Agenda 2000 | Neue Beihilfekriterien und Stärkung der EU-Kommission |
Zudem wurden zahlreiche Best-Practice Modelle solcher Regionalfonds in Regionen wie Lippe, Gütersloh, Hamm (NRW), Ingolstadt (Bayern) und Jena (Thüringen) umgesetzt. Diese Erfolge zeugen von der langfristigen Bedeutung und Wirksamkeit der Regionalfonds.
Wie funktionieren Regionalfonds?
Regionalfonds wie der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) arbeiten durch Kofinanzierung, d.h., sie erfordern eine finanzielle Beteiligung der Empfängerländer selbst, um die Mittel aus dem Fonds effektiv zu nutzen. Diese Fonds stehen im Mittelpunkt zahlreicher politischer und wirtschaftlicher Diskussionen, da sie darauf abzielen, Ungleichheiten zwischen verschiedenen Regionen zu verringern.
Finanzierungsmechanismen und Ziele
Die Finanzierungsmechanismen des EFRE umfassen vor allem Subventionen und Zuschüsse, die gemäß der Verordnung (EU) 2021/1058 vergeben werden. Ein zentrales Ziel dieser Fonds ist es, innovationsgetriebenen wirtschaftlichen Wandel zu fördern, die IKT-Konnektivität auszubauen und nachhaltiges Wachstum zu sichern. Dabei spielen auch soziale Inklusion und die Schaffung von Arbeitsplätzen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine wichtige Rolle. Durch den Kohäsionsfonds werden zudem Projekte im Bereich Umwelt und transeuropäische Verkehrsnetze unterstützt.
Anwendungsgebiete und Förderziele
Die Anwendungsgebiete der Regionalfonds erstrecken sich über zahlreiche Bereiche, mit einem besonderen Fokus auf strukturschwache und demografisch benachteiligte Regionen. Diese Gebiete profitieren von der Bereitstellung von Finanzmitteln zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Steigerung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit. Die Zielsetzungen des Kohäsionsfonds ergänzen spezifische Ziele des EFRE, darunter Wettbewerbsfähigkeit, Umweltschutz, Mobilität, soziale Inklusion und nachhaltige Entwicklung.
Ein interessantes Beispiel ist die thematische Konzentration der EFRE-Unterstützung, bei der die Mitgliedstaaten basierend auf ihrer Bruttonationaleinkommensrate (BNE) eingeteilt werden:
| Gruppe | BNE-Grenzen |
|---|---|
| Gruppe 1 | Bei oder über 100% des EU-Durchschnitts |
| Gruppe 2 | Zwischen 75% und unter 100% des EU-Durchschnitts |
| Gruppe 3 | Unter 75% des EU-Durchschnitts |
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Finanzierungsmechanismen und Anwendungsgebiete darauf abzielen, ein nachhaltiges Wachstum und wettbewerbsfähige Wirtschaftsstrukturen zu schaffen, was wiederum den Wirtschaftsbegriff auf regionaler Ebene stärkt.
Fazit
Regionalfonds sind ein wichtiger Baustein zur Stärkung der regionalen Entwicklung und zum Abbau wirtschaftlicher Unterschiede innerhalb der Europäischen Union. Diese Fonds, wie der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), zielen darauf ab, Entwicklungsrückstände zu reduzieren und spezifische regionale Bedürfnisse zu adressieren. Durch gezielte finanzielle Unterstützung fördern sie wirtschaftliche Transformation und sozialen Zusammenhalt.
Ein Blick auf die Erfolgsgeschichte der Genossenschaften zeigt die Wirksamkeit solcher Ansätze: Obwohl die Anzahl der Genossenschaften von 1960 bis 2010 um 15.000 abnahm, gab es zwischen 2010 und 2013 einen Anstieg von 7.600 auf 8.100. Mit insgesamt 21 Millionen Mitgliedern und rund 906.000 Beschäftigten, die in verschiedenen Genossenschaftsstrukturen tätig sind, unterstreicht dies die Stärke und Stabilität dieses Modells, selbst während der Finanzmarktkrise.
Regionalfonds bieten darüber hinaus Potenzial für wirtschaftliche Kooperationen, wie zum Beispiel bei Projekten zur Steigerung der Energieeffizienz, wobei Zinssätze von bis zu 5% möglich sind. Dies trägt nicht nur zur nachhaltigen Entwicklung bei, sondern auch zur finanziellen Stabilität der Regionen. Über 70% der Initiativen von Regionalfonds konzentrieren sich auf Diversität und Inklusion, was wichtige soziale Sicherheitsnetze zur Unterstützung bedürftiger Personen schafft.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Regionalfonds wie der EFRE eine entscheidende Rolle in der europäischen Konsolidierungsstrategie spielen. Sie helfen nicht nur bei der Bewältigung demografischer und wirtschaftlicher Herausforderungen, sondern fördern auch Projekte, die auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten sind, wie beispielsweise in der Landwirtschaft oder bei der Verbesserung der Transportinfrastruktur.















