Wie so viele Bereiche der modernen Arbeitswelt steht auch die Logistikbranche aktuell vor einem Paradigmenwechsel. Denn während es in Lagerhallen und auf Transportwegen lange vor allem um die Optimierung von Kosten und die Effizienz bei der Lieferung ging, gelingt heute ein anderer Aspekt in den Fokus: die Nachhaltigkeit. Schließlich werden Unternehmen heute von Kunden und Partnern nach ihren ökologischen Fußabdrücken bewertet. Dieser Aspekt war noch vor wenigen Jahren ein optionaler Zusatz, der zwar gern gesehen wurde, aber keine Grundvoraussetzung bei der Wahl eines Partners war. Das ist mittlerweile anders, denn sowohl andere Unternehmen als auch individuelle Kunden haben immer häufiger ein Bedürfnis nach grüneren Maßstäben. Ökologie muss heute also strategisch mit Ökonomie verbunden werden, und das gelingt nur mit energieeffizienten Technologien und wohldurchdachten Prozessen.
Nachhaltige Beleuchtung in der Lagerhalle
In den Lagerhallen der großen Logistikunternehmen geschieht das ganz konkret durch die Modernisierung der technischen Infrastruktur. Dabei geht es nicht ausschließlich um Maschinen und Geräte. Selbst die Beleuchtung kann einen Unterschied machen. Herkömmliche Leuchtstoffröhren und Halogenstrahler verbrauchen ein Vielfaches mehr als moderne LED-Beleuchtung, während Letztere auch deutlich länger halten. Auch intelligente Lichtsteuerungen können einen Unterschied machen. Sie reagieren auf Bewegungsmelder und Tageslichtsensoren und sparen auf diese Weise, wann immer es möglich ist.
Temperaturregulierung und Solarstrom
Auch die Temperierung von Lagerhallen birgt ein großes Einsparpotenzial. Die Hallen sind oft groß und müssen beheizt oder gekühlt werden, damit die Mitarbeiter ihre Arbeit unter fairen Bedingungen erledigen können. Mit modernen Wärmepumpen und intelligenten Lüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung kann die dafür benötigte Energie deutlich reduziert werden. Werden zusätzlich Solaranlagen auf den großen Dachflächen der Lagerhallen installiert, kann das Unternehmen seinen eigenen Strom gewinnen und ihn direkt für den Betrieb der Anlage nutzen.
Weniger Abfall durch besseren Umgang mit Paletten
Neben der Hardware können auch diverse Prozesse im Unternehmen nachhaltiger gestaltet werden. Gerade der Transport und die Lagerung von Gütern auf Paletten bieten viel Spielraum für nachhaltigere Abläufe. Viele Unternehmen setzen bereits auf Mehrwegpaletten, die den Bedarf an Einwegpaletten aus Holz reduzieren. Genauso wirkungsvoll kann ein Palettenwechsler sein. Viele internationale Logistikketten verlangen, dass Güter auf bestimmte Palettentypen, beispielsweise Kunststoffpaletten, umgeladen werden, bevor sie in bestimmte Regionen oder Lagerhäuser weitertransportiert werden. Geschieht das manuell, ist der Prozess sowohl zeitaufwändig als auch körperlich anstrengend. Ein automatisierter Palettenwechsler hingegen macht die Umlagerung sicherer und effizienter, sodass weniger Paletten beschädigt und weggeworfen werden.
Ein ganzheitlicher Ansatz zahlt sich aus
Unternehmen, die grüne Technik und optimierte Prozesse vereinen, können langfristig nachhaltig wirtschaften. Im ersten Schritt gilt es, die eigenen Zustände zu analysieren und zu hinterfragen und dann die entsprechenden Änderungen vorzunehmen. Das lohnt sich auch, wenn zu Anfang erhebliche Kosten entstehen, denn eine grüne Logistik dient nicht nur dem Planeten, sondern, sofern gut durchdacht, auch der ökonomischen Bilanz des Unternehmens. Mit ihr können die allgemeinen Betriebsrisiken gesenkt und Ausgaben minimiert werden. Außerdem senden diese Maßnahmen auch ein wichtiges Signal an die Kunden und Partner, die die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu schätzen wissen. Die grüne Logistik ist deshalb mehr als ein bloßer Trend, sie ist die Zukunft der Branche.

















